Bio Äpfel
Dass Lebensmittel aus biologischem Anbau gesund sind, weiß eigentlich jedes Kind, aber was ist mit den Äpfeln? Gibt es die auch aus “unbiologischem” Anbau, oder ist das wiederum unlogisch? – Natürlich gibt es Unterschiede bei der Zucht, dem Anbau, der Ernte und Weiterverarbeitung von Äpfeln. Daher lohnt es sich durchaus, auf “Bio Äpfel” zuzugreifen.
Warum der Apfel so gesund ist
Wer täglich einen Apfel isst, braucht kaum einen Arzt, denn das nahrhafte Obst enthält im Grunde alles an Mineralstoffen, Vitaminen, Pektinen, Ballaststoffen und Fruchtsäuren, was der menschliche Körper benötigt. Dabei ist es um so gesünder, je länger es gereift ist, das beeinflusst unmittelbar den Gehalt an Vitamin C. Die besten Stoffe wiederum stecken unmittelbar in beziehungsweise unter der Schale – nur ungeschält sind Äpfel wirklich gesund. Sie sollen bestenfalls gewaschen werden. Konventionelle Äpfel aus dem Supermarkt allerdings sind, um sie appetitlich und rund zu machen, mit Wachs und Pflanzenschutzmitteln behandelt worden, daher muss die Schale eigentlich ab. Allein in ungeschälte Bioäpfel kann ein jeder nach dem Waschen herzhaft hineinbeißen.
Öko-Verordnung vom Bio Apfel
Nach den Vorschriften der Europäischen Gemeinschaft (Nr. 834/2007 = Öko-Verordnung) gelten als Bio Lebensmittel nur diejenigen, die wirklich naturbelassen sind, und das betrifft sämtliche Produktionsstufen. Gentechnik und radioaktive Bestrahlung sind sowieso tabu, aber auch der exzessive Einsatz von Pestiziden und anderer, möglicherweise wachstumsfördernder oder das Wachstum gestaltender Mittel, die von außen zugeführt werden. Die Bio-Verbände gehen noch weiter und stellen ihre eigenen, noch strengeren Richtlinien auf, die sich vornehmlich an geltenden Grenzwerten festmachen. Vor allem Pestizide sollen gänzlich ausgeschlossen werden, denn deren Einsatz gilt als besonders besorgniserregend – Wurm im Apfel hin oder her. Auch um Äpfel frisch zu halten braucht es keinerlei Zusätze, lediglich kühl und dunkel soll es sein. Seit Jahrhunderten nutzen Menschen dafür ihren Keller, moderne Produzenten richten stattdessen ein CA-Lager her (Controlled Atmosphere). Der Sauerstoffgehalt im Lager ist niedrig, durch etwas mehr Kohlendioxid, höchstens ein bis drei Grad Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit fallen die Äpfel nach der Herbsternte in den Winterschlaf – und bleiben dabei frisch. Der Aufwand ist höher als sie einzuwachsen, dennoch ist diese Methode wesentlich gesünder und sorgt für knackige Äpfel, Bio eben. Und nur wenn sie pestizidfrei aufgezogen und auf diese Weise gelagert wurden, dürfen sie das Gütesiegel “Bio Äpfel” tragen. Der Verbraucher kann die Methode fortsetzen, indem die Äpfel daheim ebenso gelagert werden, nämlich im Kühlschrank, Keller oder der kühlen Speisekammer. Sie dürfen nur nicht gegeneinander gedrückt werden, dann faulen sie keinesfalls. Eine flache Obststiege ist am besten geeignet.
Wo bekommt man Bioäpfel?
Am besten aus dem heimischen Garten, die nächstbeste Wahl sind einheimische Produzenten. Bio-Ware aus China? Hier winken Verbraucherverbände ab. Dass bei der herrschenden Umweltverschmutzung im Reich der Mitte wirklich biologisch einwandfrei produziert wird, ist eher fraglich. Auch einige deutsche Ladenketten führen zwar Bio im Programm, anerkannte Lieferanten wie Dennree beliefern allerdings Billigheimer wie Basic – angeblich Bio – nicht mehr. Wirklich strenge Richtlinien legen Anbauverbände wie Demeter oder Naturland an, hier müssen die Betriebe komplett die ökologische Kreislaufwirtschaft einsetzen. Das schaffen eigentlich nur bäuerliche Familienbetriebe, die Discounter lassen sich jedoch von Großproduzenten beliefern. Bio von Lidl ist also auch – im wahrsten Sinne des Wortes – mit “Vorsicht zu genießen”.
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